Die Beziehung steht unter besonderem Druck. Enger Raum, Ängste um die Existenz beruflicher und finanzieller Natur, gesundheitliche Befürchtungen, Isolation und Abschirmung. Vielen alltäglichen Beschäftigungen darf man nicht mehr nachgehen. So vieles, was wir normalerweise mit anderen Menschen gemeinsam tun: Sport im Fitnessstudio, Kino, Kneipe, Bootstour, Spieleabende, Feiern. Das fällt alles weg, man ist reduziert auf die eigenen 4 Wände, z.T. kommt eine Home-Office-Situation hinzu und bei vielen sind auch die Kinder tagsüber zu Hause. Das hat seine Auswirkungen. Es kann eng werden, räumlich und seelisch.
In zwei Interviews spreche ich darüber, was ein Paar nun tun kann: im “Der Freitag” und in der ze:tt.
Hier gibt es die konkreten Tipps für Paare in Zeiten von Corona:
-bleibt freundlich, wohlwollend und besonnen, achtet auf eine liebevolle Sprache und habt mehr Nachsicht
-plant die Tage, Struktur kann helfen, die Abstimmung zu verbessern und sich mehr auf die Inhalte zu konzentrieren, als ständig zu überlegen, was jetzt als nächstes dran ist, das hilft Kindern und Erwachsenen ebenso
-schafft Euch Raum, nehmt “Eigenzeit” in Anspruch, versucht, nicht alles gemeinsam zu machen, sondern sagt “nein, das mache ich allein” und holt dabei wieder Luft für die Begegnungen
-trennt Euch hin und wieder räumlich, schafft Distanz, manche Wohnungen sind sehr klein, aber es hilft zu überlegen, ob man die Zimmer neu aufteilen kann, vielleicht gibt es die Chance, bestimmte Zimmer bestimmten Menschen zuzuordnen oder wenigstens zeitweise aufzuteilen
-verschiebt die großen Themen, die geklärt werden müssen, auf Nach-Corona, dafür bleibt dann noch Zeit, jetzt ist die Anspannung eh zu hoch
-um einen positiven Fokus zu setzen, hilft manchmal ein gemeinsames, schaffbares Projekt, z.B. ein Familienfotokurs mit Miniausstellung im Wohnzimmer oder die Umgestaltung der Küche oder ein Naturprojekt mit viel Bewegung, irgendwas, das Euch Spaß macht und die Aufmerksamkeit bindet
-und Körperliches? Gebt Euch Körperkontakt auf die Art, wie es Euch beiden gut tut, manche Paare haben mehr Sex in diesen Zeiten, andere weniger. Etwas Distanz schafft wieder neue, gute Spannung, die dann auch zu sexueller, positiver Spannung führen kann
-achtet darauf, dass Ihr als Paar trotz allem vor kommt, diese exklusive Paarzeit besteht eben nicht darin, dass man “nebeneinander her lebt”, sondern sich bewusst Zeit füreinander nimmt.
-das Wichtigste zum Schluss: bleibt positiv, schaut gemeinsam darauf, was am Tag gut war oder auch was das Gute in dieser Zeit ist, behaltet die Nerven.

Für Paare, die in die Krise kommen, biete ich ab sofort eine Helpline für Paare an. Einfach anrufen, 20 Min. sprechen und wir schauen, was ein guter nächster Schritt ist.