In der Paartherapie ist Eifersucht eines der häufigsten Themen. Hier lohnt es sich, wenn das Paar in Ruhe auf die Situationen schaut und das Thema gemeinsam bearbeitet und  Lösungen findet.

Eifersucht 1

Eine Klientin (32) war sehr eifersüchtig auf ihren jüngeren Sohn (3).  Es ist zwischen ihm und dem Vater eine besondere Nähe entstanden, an der sie nicht richtig teilhaben konnte. Sie kuschelten viel, verstanden sich blind und konnten sich stundenlang beim Eisenbahnbau ins Spiel vertiefen.

Die Klientin war sehr unzufrieden, hat viel gemeckert und dem Mann Vorwürfe gemacht. Aus Wut hat sie die elektrische Lok kaputt gemacht.

Mein Rat war, sich mit ihrem Mann auszusprechen, dafür war in der Paarberatung die beste Gelegenheit. Sie vereinbarten gemeinsame exklusive Schlafzimmerzeiten, organisierten eine Pärchenreise nach Paris und haben Spielgelegenheiten zu dritt geschaffen, in die die Mutter richtig eingebunden wurde.

 

Eifersucht 2

Ein Klient (42) wusste von seiner Frau, dass sie auch auf Frauen steht, ihrer Neigung jedoch in ihrer Partnerschaft nie nachgegangen ist. In der Einzelberatung sagte er mir, dass sie kürzlich fremdgegangen sei.

Er fühlte sich machtlos, hilflos und war sehr sauer. Kurz darauf verabredete er sich mit einer Frau aus dem Bekanntenkreis, die schon lange Interesse an ihm gezeigt hatte und sie hatten Sex miteinander.

Als er das seiner Frau erzählte, reagierte sie höchst aufgebracht, war krachsauer und eingeschnappt. Er hätte den „schlimmeren“ Vertrauensbruch begangen, weil sie aus dem Bekanntenkreis gewesen wäre und nicht eine zufällige Bekanntschaft, die sie gewählt hätte.

In der Einzelberatung zeigte sich, dass ihnen beiden das Gefühl und das Vertrauen zueinander verloren gegangen war, die Jahre mit den Kindern waren für beide sehr anstrengend. Mein Rat war, sich mit der Frau auszusprechen und über die unerfüllten Bedürfnisse zu sprechen, dem Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Anschmiegsamkeit, nach Sex und eben auch nach Vertrauen und Zuneigung wieder mehr Raum zu geben.

 

Eifersucht 3

Eine Klientin (36, schwanger) ist seit 1,5 Jahren in der Elternzeit mit dem ersten Kind. Sie ist eifersüchtig auf den Job ihres Mannes, er ist immer weg, trifft sich mit Kollegen, die Dienstreisen führen ihn an tolle Orte, er hat etwas zu erzählen und verdient das Geld.

Sie fühlt sich gesellschaftlich außen vor, auf die Mutter- und Hausfrauenrolle reduziert, im Mikrokosmos eingesperrt und nervlich oft an ihren Grenzen. Sie schreit viel und ruft ihren Mann wegen Kleinigkeiten auf der Arbeit an.

In der Paarberatung bekamen beide Zeit, über ihre Situation zu sprechen. Was fehlt beiden? Wonach sehnen sie sich und finden das vermeintlich im Leben des anderen wieder? Und gilt es, mehr davon ins eigene Leben zu integrieren. Der Mann war daraufhin an einem festen Tag und einem Abend für das Kind verantwortlich und die Frau sucht sich eine Aufgabe außerhalb des Heims, die sie inspiriert. Sie kommt auf 2 Dienstreisen im Jahr mit und schaut sich in der Zeit die Städte an.

 

Eifersucht 4

Er (53) ist mit seiner Partnerin seit 3 Jahren zusammen und fürchterlich eifersüchtig auf ihren Ex-Partner. Sie telefoniert heimlich mit ihm, verabredet sich heimlich und ist einmal mit ihm fremdgegangen. Dem Mann ist jedoch Ehrlichkeit am allerwichtigsten  und Vertrauen.

Um seinen Verdacht zu bestätigen, engagiert er einen Privatdetektiv, der seine Partnerin 1 Monat lang beschattet. Er erhält die Fotos und ist bestürzt, sein Verdacht hat sich bestätigt. Seine Partnerin trifft sich regelmäßig mit dem Ex-Partner.

In der Paarberatung konfrontiert er sie mit den Fotos. Sie gesteht, dass sie ihren Ex-Freund vermisst und es ihr wichtig ist, mit ihm in Kontakt zu bleiben, auch wenn sie das fremdgehen inzwischen bereut. Er hat gesagt, dass ihm Ehrlichkeit am wichtigsten ist und dass sie ihm einfach sagen soll, wenn sie mit ihm telefoniert, dass sei weniger schlimm als getäuscht zu werden.

Zwei Wochen später hat er sich von seiner Partnerin getrennt, das Vertrauen zwischen ihnen fehlte und ewig der Zweite zu sein und sie teilen zu müssen, das wollte er für sich nicht auf Dauer.